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23.02.2015

Spannende Kontraste in Brügge

Walzblei als Fassadenwerkstoff

Walzblei trifft Kupfer und Zink: Zwei Objekte in Brügge zeigen, wie sich traditionelle Fassadenwerkstoffe innovativ miteinander kombinieren lassen. Am Wohnhaus des Architekten Peter Goes und am Baustoffmarkt Brugs Dak Centrum setzen die Baumetalle moderne, geometrische Akzente – mit überraschenden Bezügen zum Brügger Stadtbild.

Während das Brugs Dak Centrum ein zweckmäßiges Ausstellungsgebäude für den Baustoffhandel ist, handelt es sich bei dem Wohnhaus an der Vlaanderenlaan um ein modernisiertes Objekt in einer historischen Arbeitersiedlung. Detailreiche Backsteinfassaden zeichnen diese Siedlung aus der Zwischenkriegszeit aus. Der Architekt Peter Goes setzte sich das Ziel, sein Haus im Rahmen des Bestandes optisch prägnant zu erweitern.

Weiche und harte Werkstoffe

Die heutigen Hüllen beider Gebäude kombinieren Walzblei mit jeweils einem weiteren Baumetall: im Falle des Wohnhauses Zink, im Falle des Geschäftshauses Kupfer. Alle drei Materialien werden für solche Zwecke als Tafelware ausgeliefert. Während Zink und Kupfer aufgrund ihrer harten Konsistenz im Winkelstehfalzsystem verlegt werden, lässt sich Blei aufgrund seiner Kaltformbarkeit vor Ort flexibel auf Holzunterkonstruktionen aufbringen – im Falle des Brugs Dak Centrums auf Holzkassetten.

Stets kompatibel: Walzblei

Ein wichtiges Argument für die Verwendung von Walzblei an diesen Fassaden war die hohe chemische Kompatibilität mit allen gängigen Baumetallen, daher auch mit Kupfer und Zink. Auch die unübertroffene Langlebigkeit des Materials, das viele historische Dächer und Fassaden seit Jahrhunderten bedeckt, spricht für das Material.  Den Ausschlag gaben aber nicht zuletzt ästhetische Kriterien.

Venusblei: Hochwertige und organische Ästhetik

So stieß Peter Goes bei seiner Suche nach einem optisch ebenso hochwertigen wie dezenten Fassadenwerkstoff auf Venusblei der Röhr + Stolberg GmbH. Die Oberfläche des Walzbleiproduktes wird in einem eigens entwickelten Verfahren veredelt und erhält dadurch einen kräftigen, dunklen Farbton, der das metallische Farbspiel des Bleis erhält und zudem eine witterungsbedingte Schlierenbildung verhindert. „Ich finde, es ist ein wunderschönes und funktionelles Material“, so Goes, „außerdem ist es sehr nachhaltig und zu hundert Prozent recycelbar.“ Die im Rahmen der Modernisierung angebauten, quadratischen Fenstervorsprünge des Wohnhauses sind komplett in Venusblei gekleidet. Ihre Geometrie hebt sich von den umgebenden Gebäuden deutlich ab, gliedert sich dank der organischen Anmutung der Bleibleche aber dennoch harmonisch in die Umgebung ein.

Werbefläche aus Metall

Für die Betreiber des Brugs Dak Centrums dient die Fassade des Ausstellungsgebäudes nicht zuletzt als Werbefläche: Sie besteht aus Baustoffen, die der Händler selbst vertreibt. Die optisch auffällige Materialkombination aus walzblankem Saturnblei und Kupfer an der Gebäudehülle fällt schon von weitem ins Auge. Der silbrige Glanz des Bleis bildet einen deutlichen Kontrast zur grünlichen Farbe des Kupfers. Ein interessantes Detail: Die Schare sind in vertikale Reihen unterteilt, die nach oben hin immer kürzer werden – eine Anspielung auf die traditionellen Brügger Bürgerhäuser mit ihren nach oben ebenfalls kleiner werdenden Fenstern.

Kreativ kombiniert

Die Kombination vielfach bewährter Baustoffe kann zu ungewöhnlichen optischen Akzenten führen – das beweisen die beiden Brügger Objekte. Moderne Weiterentwicklungen solcher Materialien, wie etwa Venusblei, bieten dabei zusätzliche ästhetische Möglichkeiten.

 

Ein starker Akzent: Das modernisierte Wohnhaus in der Brügger Vlaanderenlaan verfügt über quadratische Fassadenelemente aus Venusblei.
Foto: Röhr + Stolberg

Die Fassade des Brugs Dak Centrums besteht aus Walzblei- und Kupferscharen – ein Werbeeffekt für die Baustoffe, die hier vertrieben werden.
Foto: © Uzimet B.V.

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