Strahlenschutz mit Blei

Blei gehört zu den leistungsfähigsten Werkstoffen im Strahlenschutz. Der Grund: Seine enorme Dichte ermöglicht eine hohe Abschirmleistung bei geringer Materialstärke. Das ist immer dann von Vorteil, wenn wenig Platz für andere Lösungen vorhanden ist. Ob einzelne Komponenten oder Komplettlösungen – Blei sorgt dafür, dass sowohl ionisierende als auch nicht-ionisierende Strahlung aus natürlichen oder künstlichen Strahlenquellen sicher abgeschirmt wird.

Als Deutschlands führender Bleihersteller verfügt Röhr + Stolberg über die Kompetenz, Strahlenschutzprojekte fast jeder Größenordnung individuell nach Kundenvorgabe zu realisieren. Je nach Art der Strahlung verarbeiten wir neben Blei auch Borcarbid, HDPE oder Polyethylen. Produkte aus strahlungsarmem Blei finden insbesondere in der Messtechnik Anwendung.

In allen Anwendungsfeldern des Strahlenschutzes gilt: Bei der Planung und Umsetzung von Strahlenschutzlösungen können wir unabhängig von der Komplexität der Aufgabe auf umfassende Erfahrung zurückgreifen: Wir entwickeln und fertigen Strahlenschutzlösungen für industrielle Anlagen, für medizinische Einrichtungen und für Forschungseinrichtungen rund um den Globus.

Ob Neutronenstrahl-Bunker oder Transportbehälter im Bereich der Kernenergie – unsere Produkte schirmen Personen, Umwelt oder einzelne Messgeräte wirkungsvoll ab.

Strahlenschutz in allen Dimensionen

Forschung, Kernenergie & Entsorgung

Sicherheitstechnik, zerstörungsfreie Werkstoffprüfung & industrielle Anlagen

Healthcare & Nuklearmedizin

Bauprodukte

Strahlenschutz und Bleidicke

Die für den notwendigen Strahlenschutz erforderliche Bleidicke errechnen wir für jeden Anwendungsfall ganz individuell. Je nach Strahlungsquelle, Strahlungsart (Alpha-, Beta-, Gamma- oder Neutronenstrahlung), Aufenthaltsdauer von Personen und Quellenstärke sind unterschiedliche Bleistärken notwendig. Zum Beispiel sind zum Schutz vor Streustrahlung in einem Röntgenraum ganz andere Maßnahmen sinnvoll als vor der Hauptstrahlrichtung in einem Forschungslabor oder der Strahlung, die von Radionukliden ausgeht.

Bleiwand im Strahlenschutz

Eine Bleiwand im Strahlenschutz muss prinzipiell immer so ausgelegt sein, dass es keine geraden Sichtlinien für die Strahlung gibt. Deswegen werden die Stöße zwischen den Steinen gegebenenfalls gestuft oder mit Nut und Feder verschränkt.

Was ist Strahlenschutz? Eine Definition

Unter Strahlenschutz versteht man alle Maßnahmen, die Menschen und Umwelt vor der schädlichen Wirkung ionisierender oder nicht-ionisierender Strahlung schützen. Dabei ist es unerheblich, ob die Strahlenquellen natürlichen oder künstlichen Ursprungs sind – beide können Zellen schädigen. Deshalb ist der Strahlenschutz überall dort wichtig, wo sich Menschen regelmäßig in der Nähe von Strahlenquellen aufhalten. Das ist zum Beispiel in Kernkraftwerken oder in machen Fachrichtungen der Medizin wie in der Radiologie, der Nuklearmedizin und Strahlentherapie aber auch bei Gepäckkontrollen und Güterkontrollen, z.B. an Häfen und Flughäfen, und der industriellen Computertomographie der Fall.

Was ist ionisierende Strahlung?

Mit Strahlung bezeichnet man ganz allgemein die geradlinige Ausbreitung von Wellen oder Teilchen im Raum. Strahlung geht von einer Strahlenquelle aus und transportiert von dort aus Energie. Wenn Strahlung auf ein Objekt trifft, wird sie davon entweder absorbiert, hindurchgelassen, gestreut oder reflektiert.

Mit ionisierender Strahlung bezeichnet man jede Strahlung, die aus neutralen Atomen oder Molekülen geladene atomare oder molekulare Teilchen machen kann, indem durch ihre Einwirkung Elektronen abgegeben oder absorbiert werden.

Radioaktivität entsteht, wenn Atomkerne zerfallen und dabei Strahlung aussenden.

Wie wirkt ionisierende Strahlung?

Ionisierende Strahlung ist für lebende Organismen gefährlich. Sie ist deutlich energiereicher als Licht oder Infrarotstrahlung. Wenn sie in lebendes Gewebe eindringt, kann ionisierende Strahlung dort die bestehenden Strukturen verändern und sogar unwiederbringlich zerstören. Sie kann auch zu dauerhaften Veränderungen am Erbgut der Zellen führen. Grundsätzlich bestimmen Strahlenart und Strahlendosis, inwiefern die Strahlenbelastung zu dauerhaften Schäden führt und wie stark diese sind. Bedeutsam ist auch, welches Organ oder Gewebe die Strahlung absorbiert hat. Bei einer sehr hohen Strahlenexposition kann das Gewebe, das Organ oder sogar der gesamte Organismus absterben. Selbst wenn die Strahlenschäden repariert werden können bleibt das Risiko von Reparaturschäden als Ursache späterer Krebserkrankungen bestehen. Andererseits wird Strahlung gezielt eingesetzt, um Tumorzellen gezielt abzutöten.

Technisch wird sie eingesetzt, um Materie zu durchleuchten – zum Beispiel beim Röntgen oder um eine Leiterplatte auf fehlerhafte Lötstellen zu scannen.

Wie kann man sich vor radioaktiver Strahlung schützen?

Das Ziel des Strahlenschutzes besteht darin, die erhaltene Dosis zu minimieren. Wirkungsvoll ist die situationsabhängige Kombination der drei A:

  • Aufenthaltsdauer verringern
  • Abstand vergrößern
  • Abschirmung errichten

Darüber hinaus unterscheidet man im Strahlenschutz drei unterschiedliche Schutzstrategien:

  • Schutz vor äußerer Strahlung
  • Schutz vor Kontamination, also die Verunreinigung von Personen mit radioaktivem Material
  • Schutz vor Aufnahme dieser Stoffe in den Körper über die Atemwege, die Haut oder die Nahrung
  • Strahlenschutz Möglichkeiten

Strahlenschutzgesetz Deutschland

Die rechtliche Grundlage des Strahlenschutzes in Deutschland ist das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) (https://www.gesetze-im-internet.de/strlschg/index.html). Seine Verordnungsermächtigungen wurden zum großen Teil in der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) umgesetzt. Sie ist am 31. Dezember 2018 in Kraft getreten. Sie regelt, welche Grundsätze und Anforderungen in der Vorsorge erfüllt und welche Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, wenn radioaktive Stoffe genutzt werden. Darunter fällt beispielsweise auch die medizinische Anwendung radioaktiver Stoffe in der Nuklearmedizin oder in der Strahlentherapie. Darüber hinaus regelt sie Strahlenschutzverordnung auch Schutzmaßnahmen, die gegen Strahlenbelastungen aus künstlichen und natürlichen Quellen schützen.

Das Strahlenschutzgesetz gliedert sich in vier Hauptteile:

  1. Strahlenschutz bei geplanten Expositionssituationen
  2. Strahlenschutz bei Notfallexpositionssituationen
  3. Strahlenschutz bei bestehenden Expositionssituationen
  4. Expositionsübergreifende Vorschriften

Praktischer Strahlenschutz

Der praktische Strahlenschutz in einem Unternehmen zielt darauf ab, die Gesundheit der Mitarbeiter und unter Umständen auch die der Öffentlichkeit sicherzustellen. Die Maßnahmen setzen sich zusammen aus einer jeweils speziell zu definierenden Kombination aus betrieblich festgelegten Verhaltensregeln, den Einsatz von Messgeräten und/oder Abschirmungen sowie Zutrittskontrollen zu sensiblen Bereichen.

Verantwortlich für die einzelnen Maßnahmen des praktischen Strahlenschutzes eines Unternehmens ist die fachkundige strahlenschutzbeauftragte Person. Sie ist in ihrer Funktion namentlich bei der Bezirksregierung gemeldet. Strahlenschutzverantwortlich ist ein Mitglied der Geschäftsführung, das als SSV (Strahlenschutzverantwortlicher) bei der Bezirksregierung angezeigt ist. An dieser Position ist keine Fachkunde im Strahlenschutz notwendig, da diese bei der Strahlenschutzbeauftragten liegt.

Die strahlenschutzbeauftragte Person erlässt verbindliche Strahlenschutzanweisungen für das Unternehmen. Das gilt für alle Bereiche in denen erhöhte ionisierende Strahlung auftreten kann, wie Arztpraxen, Industriebetriebe, Kraftwerke oder Baustellen.

Haben Sie Fragen zu unseren Produkten oder unserem Unternehmen? Nutzen Sie unser Kontaktformular und wir setzen uns umgehend mit Ihnen in Verbindung.

Datenschutz

10 + 11 =