Strahlenschutz in Trierer Krankenhaus
Radioaktive Medikamente sind ein fester Bestandteil der modernen Medizin. Ihre Anwendung erfordert allerdings ausgeklügelte Strahlenschutzmaßnahmen, da die Patienten nach der Verabreichung oft selbst gefährliche Strahlung abgeben. Eine neue Pflegestation in Trier schirmt die Patienten jetzt umfassend vor der Umgebung ab. Zum Einsatz kamen Bleiprofile der Krefelder Röhr + Stolberg GmbH.
Wände, Böden sowie die komplette Wasseraufbereitung der nuklearmedizinischen Pflegestation sind strahlengeschützt. Die Einrichtung befindet sich im obersten Stockwerk des Trierer Klinikum Mutterhauses der Borromäerinnen. Dieser Bereich diente vormals einem anderen Zweck und musste für die Strahlenschutzanforderungen komplett neu konzipiert werden. Röhr + Stolberg, Deutschlands führendes Unternehmen im Bereich der Bleiverarbeitung, war von Beginn an in die Strahlenschutz- und Statikberechnung eingebunden.
Unterkunft für mehrere Tage
Patienten halten sich in der nuklearmedizinischen Pflegestation auf, bis die Strahlung auf ein ungefährliches Maß abgeklungen ist. Da dies mehrere Tage dauern kann, umfasst der strahlengeschützte Bereich neben Behandlungs- und Aufenthaltsräumen auch drei Patientenzimmer. Diese sind auch untereinander abgeschirmt, damit sich die Patienten nicht gegenseitig verstrahlen.
Errichtung im Trockenbauverfahren
Das komplexe Projekt wurde im praktischen Trockenbauverfahren realisiert: In den großzügigen Räumlichkeiten des Stockwerks wurden die 2,20 Meter hohen Wände aus gezahnten Bleiprofilen von Röhr + Stolberg errichtet. Die Dicke der Abschirmung beträgt bis zu 46 Zentimeter. Bleiprofile schirmen auch die gesamte Bodenfläche der Station ab. Durch geschicktes Verwinkeln der Durchgänge konnte auf komplexe Strahlenschutzvorrichtungen an den Türen verzichtet werden. Insgesamt kamen während der Arbeiten von 2012 bis 2013 42 Tonnen Bleihalbzeuge zum Einsatz. Röhr + Stolberg lieferte zudem die Metallunterkonstruktion für die Bleiwände, welche nach der Montage vollständig verkleidet wurden.
Vorteile des obersten Stockwerks
Trotz des hohen Gewichtes von Blei erwies sich das oberste Stockwerk als ideal für die nuklearmedizinische Pflegestation: Die Außenwände, Fenster und Decken mussten nicht abgeschirmt werden, weil die Strahlung in dieser Höhe nicht auf Menschen trifft. Die Wasseraufbereitung konnte innerhalb der Bleiwände untergebracht werden. Das Stockwerk ist ein nachträglicher Aufbau auf dem Klinikum, weswegen der Boden – eine vormalige Dachfläche – besonders stabil ist. Die Pflegestation in Trier ist damit ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich der Aufwand für ein anspruchsvolles Strahlenschutzprojekt durch vorausschauende Planung reduzieren lässt.
Die Wände der nuklearmedizinischen Pflegestation wurden im Trockenbauverfahren aus Bleiprofilen errichtet. Auch der Boden ist mit Bleiprofilen abgeschirmt, während Decke und Außenwände ohne Strahlenschutz auskommen.
Die nuklearmedizinische Pflegestation verfügt über fünf Patientenzimmer mit jeweils zwei Betten. Die Bleiwände und -böden sind heute vollständig verkleidet.
Foto: © Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen gGmbH


